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22.03.2022
Fraktonssitzung • Generalistische Pflegeausbildung vor Ort

Die Fraktion der Freien Wähler Straubing-Bogen befasste sich in ihrer letzten Sitzung nochmals eingehend mit dem Haushalt des Landkreises. Da Ein nicht unerheblicher Teil der zukünftigen Investitionen vom  Bereich Gesundheit und Pflege beansprucht wird, diskutierte man hierbei auch die Bereiche Kreiskliniken und Pflegeschulen. Um sich ein Bild über die Ausbildungssituation im Bereich Generalistische Pflegeausbildung (Erklärung siehe unten) machen zu können, besuchte die Fraktion vor der Sitzung die Berufsfachschule für Pflege in Aiterhofen.

Oberin Maria und Schwester Anita vom Franziskanerinnenkloster St. Josef Aiterhofen war es gemeinsam mit der Schulleiterin Martina Schinhärl vorbehalten die Einrichtung vorzustellen und über Lehrpläne, Ausbildungsziele und Trägerverantwortung zu berichten. Beeindruckend für die Fraktion die Rahmendaten der Schule. Bereits im Jahre 1985 gründete der Orden die Altenpflegeschule. Seit dem Jahre 2003  wird eine 3-jährige Ausbildung zur Alten und Krankenpflege angeboten. Ab 2006 ist die Schule auch durch das Arbeitsamt als Ausbildungsstätte zertifiziert und 2020 stellte man sich selbstverständlich der neuen Herausforderung der Generalistischen Pflegeausbildung. Die Schule kann somit unzweifelhaft als  Rückgrat der Ausbildung für Pflegeberufe im Landkreis Straubing-Bogen angesehen werden. Beeindruckend hierbei die Leistung des Klosters  Aiterhofen, dass es bisher geschafft hat ohne kommunale Unterstützung den Betrieb zu sichern.

Mit besonderem Interesse folgten die Fraktionsmitglieder den Ausführungen der Schulleiterin Martina Schinhärl. Sie stellte detailliert die umfangreiche  Ausbildung anhand von Lehrplänen vor. Die dreijährige Ausbildung umfasst 2.100 Stunden Theorie und 2.500 Stunden Praxis. Diese sind gegliedert in stationäre Akut- und Langzeitpflege, ambulante Pflege, pädiatrische und psychiatrische Versorgung. Zusätzlich müssen Nachtdienststunden abgeleistet werden. Beeindruckend auch die Verknüpfung von theoretischer und praktischer Ausbildung. Von besonderer Bedeutung auch die Einbindung der Dienstleister (Krankenhäuser, ambulante Dienste, Altenheime) die ihre Auszubildenden auf die Schule Aiterhofen schicken.
Begeistert war die Fraktion der Freien Wähler von der Atmosphäre in der Schule. Das umfangreich zur Verfügung stehende Raumprogramm, mit zeitgemäß ausgestatteten Lehrsälen, bietet ideale Möglichkeiten sich voll und ganz der Ausbildung zu widmen.
Breiten Raum in der Diskussion innerhalb der Fraktion nahm die derzeitige Situation bei der Ausbildung für die Pflegeberufe  in unserer Region ein.  Man war sich einig, dass hier nur mit besonderer Zurückhaltung eingegriffen  werden kann. Von besonderer Bedeutung auch die Verpflichtung der Schulträger gegenüber dem Freistaat Bayern bezüglich der Klassenstärken, des Bedarfs an Lehrkräften und der Ausstattung der Schule. Bedeutend sind die Kooperationspartner aus dem Krankenhaus - und Pflegebereich, die für eine erfolgreiche Ausbildung zur Verfügung stehen müssen. Selbst optimale schulischen Rahmenbedingungen können aber  derzeit nicht darüber hinwegtäuschen, dass es schwer fällt Auszubildende für diesen Beruf zu begeistern. Wichtiger Bestandteil ist deshalb die gesellschaftliche Akzeptanz und persönliche Anerkennung, die dieser Berufsgruppe entgegengebracht werden muss!
Die Fraktion der Freien Wähler bedankte sich herzlich für Einblicke in die Problematik. Der Ausbildungsträger im Pflegebereich und zollte den verantwortlichen Entscheidungsträgern vor Ort höchste Anerkennung für die über Jahrzehnte geleistete Arbeit!
Im Anschluss bereiteten sich die Fraktionsmitglieder auf die Tagungspunkte der nächsten Kreisausschusssitzung vor.


INFO • Was ist eine Generalistische Pflegeausbildung?

Das neue Pflegeberufgesetz, das seit Anfang 2020 greift, löst das bisher geltende Altenpflege- und Krankenpflegegesetz ab. Es geht mit einer Neugestaltung der bisherigen Pflegeausbildung einher. Ziel ist es, die Ausbildungen zu modernisieren, attraktiver zu machen und so den Berufsbereich der Pflege insgesamt aufzuwerten.

Mit dem neuen generalistischen Ansatz in der Ausbildung zur Pflegefachfrau/Pflegefachmann wird einer der Grundsteine für die die Anerkennung des gesamten Berufstands der Pflege gelegt.

Generalistik bedeutet zunächst, das Zusammenführen mehrerer Berufe zu einem gemeinsamen Berufsprofil. So werden AltenpflegeGesundheits- und Krankenpflege sowie die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege im neuen Berufsbild integriert.
 


Text-Quelle: www.diakoneo.de/magazin/magazin-schulebildung/generalistische-pflegeausbildung-was-ist-neu-was-aendert-sich