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07.09.2021
Das Wort "Pflegenotstand" gehört mittlerweile zum Standardrepertoire

Die Pflege in Kliniken und vor allem in Seniorenheime wird in Zukunft ein zentrales Thema für die Politik sein.

Nicht erst seit gestern hängen erschreckende Zahlen bezüglich des Fachkräftemangels in der Altenpflege im Raum. Dazu zählen nicht nur die Seniorenheime, sondern auch die Kliniken und weiteren Einrichtungen wie beispielsweise die mobile Pflege. Bundestagskandidat der Freien Wähler, Helmut Muhr besuchte bei seiner „sportlichen Tour“ durch seinen Wahlkreis deshalb das Seniorenzentrum in Geiselhöring, um sich ein Bild über den derzeitigen Stand in diesem Bereich zu machen. Erfahren musste er, dass es sehr wenig Fachpersonal gibt, ja sogar die Pflegeassistenten sind knapp und ganz schlecht zu bekommen.

Wie der Geschäftsführer und Einrichtungsleiter des Seniorenzentrums Geiselhöring, Ralf Neiser, berichtete, sind derzeit 85 Betten belegt. Er könnte aber sofort die 99 Betten belegen, wenn er das Personal dazu hätte. Die Nachfrage für einen Heimplatz ist groß, aber Belegung der Betten geht ohne Fachpersonal in der Pflege nicht. Eine Situation die es bis jetzt in diesem Ausmaß noch nicht gegeben hat und die Aussichten werden nicht besser, im Gegenteil.

Kreisrat Bernhard Krempl, der selbst das Seniorenzentrum fünfzehn Jahre leitete, zeigte sich sehr besorgt über diesen Pflegenotstand. Wenn hier die Politik nicht sehr schnell handelt, wird das eine Katastrophe. Das gilt für Senioreneinrichtungen, aber auch für Kliniken. Die bis jetzt eingeleiteten Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus, um dieses Dilemma zu beheben, so Krempl. Ralf Neiser betonte auch, dass diese leerstehenden Betten letztendlich auch ein wirtschaftliches Problem darstellen.

Die neu eingeführte generalistische Ausbildung bringt für die Altenpflege nicht den erhofften Aufschwung, im Gegenteil, die Fachkräfte wandern in die Krankenpflege und damit in die Kliniken ab. Wir steuern auf einen Mega-Notstand zu, wenn die Rahmenbedingungen so bleiben, war Neiser besorgt. Helmut Muhr hörte genau hin und sagte, hier muss das viel mehr auf höchster Ebene diskutiert und entschieden werden. Das muss dringend priorisiert und mit Hochdruck behandelt werden, dieses Thema darf nicht mehr aus dem Blickfeld geraten, sonst erleben wir hier „ein Waterloo“.

Die Attraktivität des Berufes muss anhand verbesserter Rahmenbedingungen und besserer Bezahlung gesteigert. Keine Lösung sind Pflegekräfte ohne Sprachkenntnisse aus dem Ausland. Dies ist in der Altenpflege fatal, unsere Pflegebedürftigen Seniorinnen und Senioren müssen gerade bei Pflegebedürftigkeit kommunizieren können. Eine kontinuierliche Beziehung und soziale Kontakte in einem Pflegeheim tragen besonders zum Wohlbefinden der hilfebedürftigen Menschen bei, ist sich Helmut Muhr sicher.