v.l.n.r.: Ludwig Waas (Kreisvorsitzender der Freien Wähler Straubing-Bogen und 1. Bgm. Gemeinde Niederwinkling) mit den Initiatoren des Offenen Briefes Simon Haas (1. Bgm. Gemeinde Haselbach) und Manfred Reiner (1. Bgm. Gemeinde Rattiszell) stellvertretend bei der Unterzeichnung.

12.03.2021
Bürgermeister fordern Kindergarten und Schulöffnung

„Vorrang für Kindergärten und Schulen“ bei den Corona-Maßnahmen fordern dreizehn Bürgermeister aus dem Landkreis. In einem offenen Brief an Staatsregierung und Landratsamt, der am Freitag unterzeichnet wurde, plädieren die Rathauschefs von den Freien Wählern für mehr Anstrengungen, um Betreuungs- und Bildungseinrichtungen für Kinder trotz steigender Inzidenzzahlen offenzuhalten. „Wir brauchen eine Strategie, die die Chancen für unsere Kinder an erste Stelle rückt“, erklärte der Initiator der Aktion, der Rattiszeller Bürgermeister Manfred Reiner.

Niederwinklings Bürgermeister und FW-Kreistagsfraktionschef Ludwig Waas kritisierte, dass im Landkreis Straubing-Bogen noch kein Zeitpunkt für eine Impfung des Kindergartenpersonals und der Grundschullehrer absehbar sei: „Es kann nicht sein, dass das in allen umliegenden Landkreisen geht, aber bei uns nicht.“ Lehrer und Betreuer seien „absolut systemrelevant“.

In ihrem Schreiben, das an Sozialministerin Carolina Trautner, Kultusminister Michael Piazolo und Landrat Josef Laumer gerichtet ist, weisen die Bürgermeister darauf hin, dass die Corona-Maßnahmen auch Ausnahmen für die Grundrechte auf freie Religionsausübung und Versammlungsfreiheit beinhalten. „Aus unserer Sicht zwingt auch das Menschenrecht auf Bildung zu einer ebensolchen Ausnahme“, heißt es in dem Brief.

Geäußert wird auch die Sorge vor einem „Hin und Her“ zwischen Öffnungen und Schließungen bei einem Inzidenzwert um 100. Die Rathauschefs berichten von „weinenden Kindergarten- und Grundschulkindern, die nicht schon wieder von der Gruppe ihrer Altersgenossen getrennt werden wollten“. Man sei nicht grundsätzlich gegen Einschränkungen, die für eine Eindämmung der Pandemie zwingend notwendig seien, betonte Reiner. „Nach einem Jahr Ausnahmezustand für unsere Kinder müssen wir aber die Maßstäbe für Schließungen neu überdenken.“