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Beim Besuch in der Gemeinde Rattiszell im Kinsachtal bat Muhr Bürgermeister Manfred Reiner zu einem Standortgespräch. Beide besuchten mehrere Einrichtungen, um sich über aktuelle Themen zu informieren. Besonders im Fokus standen dabei die Schwerpunkte Förderung, Inklusion sowie die Rahmenbedingungen.
In den letzten Jahren hat sich in Rattiszell viel Positives getan: Auf dem Gelände rund um die Schulstraße ist ein lebendiges Zentrum mit der Feuerwehr, dem Kindergarten, der Grundschule und einer Senioren-Tagespflegeeinrichtung mit 16 Plätzen entstanden.
Die Leitung der KiTa, Theresa Strohmeier, führte durch die Räumlichkeiten, die 75 Kindergartenplätze, 18 Krippenplätze und 20 Hortplätze umfassen. Zudem wird ein eigener Koch beschäftigt. Sie berichtete von der sehr guten Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und zahlreichen gemeinsamen Aktionen mit den Senioren der nahegelegenen Tagespflegeeinrichtung. Bei Aktivitäten wie dem Nikolausbesuch werden die Senioren aktiv eingebunden. Eine enge Vernetzung mit der Grundschule sorgt zudem für einen guten Übergang in den nächsten Lebensabschnitt.
Die Kommune gleicht jährlich ein Defizit von 400.000 bis 500.000 Euro aus. Dies werde laut Reiner „durch das positive Miteinander von Eltern und Kindern“ im übertragenen Sinne zurückgezahlt.
Muhr stellte fest, dass Kommunen immer wieder vor erschwerten Bedingungen stünden. „Man würde gerne mit Weitsicht bauen, bekommt aber Auflagen, die das Vorhaben unnötig ausbremsen“, sagte er. Oft seien die Folge davon kostspielige Erweiterungsbauten.
Für Muhr braucht es auch auf Bundesebene Änderungen bei der Förderung, dem Anstellungsschlüssel sowie den Rahmenbedingungen für den Berufsstand. „Es kann nicht sein, dass Inklusion erst ab drei Kindern gefördert wird. Die Förderkulisse sollte sich insgesamt auch nach dem Anstellungsschlüssel richten, um attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen.“
In Bezug auf die weiteren Rahmenbedingungen fanden Reiner und Muhr ebenfalls einen gemeinsamen Nenner: „Durch verbesserte Ausbildungsvergütungen, mehr Handlungsspielraum bei Gehaltsstrukturen und die richtige Eingruppierung zwischen Ausbildung und Schnell-Ausbildung würde man einerseits die Attraktivität steigern und andererseits die damit verbundene Wertschätzung fördern.“