(Von links) FW Bezirksvorsitzenden, Kreisrat Ludwig Waas, Kreistagskandidat, Bürgermeister Matthias Fischer, Landratskandidat MdL Tobias Beck und den Vorsitzenden des FW Ortsverbandes, Gemeinderat Martin Schuster. (©Johann Groß)

18.02.2026
Politischer Aschermittwoch: Scharfe Worte und klare Botschaften in Kirchroth

Bratheringe und scharfe Antworten verteilt

Bei guter Stimmung hatte der politische Aschermittwoch schon einiges für die Besucher zu bieten. Von den drei Rednern bei der Veranstaltung – Landratskandidat MdL Tobias Beck, Bezirksvorsitzender und Bezirksrat Ludwig Waas sowie Bürgermeister Matthias Fischer – nutzte letzterer die Gelegenheit, auf die Vorwürfe und das unwürdige Verhalten seiner Gegner in der Gemeinde zu antworten.

Mit zünftiger Blasmusik von den Bläserfreunden Kirchroth wurden die Besucher beim politischen Aschermittwoch im Mehrzweckraum am Ortsplatz empfangen. Vor vollem Haus durfte Ortsvorsitzender und Gemeinderat Martin Schuster eine Reihe von Persönlichkeiten aus den Reihen der Freien Wähler neben den interessierten Besuchern begrüßen und zum ersten Redner, Bürgermeister Matthias Fischer, überleiten. Dieser stellte schon in seinen Einleitungsworten heraus, sich in seinen Ausführungen ganz der Gemeindepolitik zu widmen. Dazu biete diese Veranstaltung am Aschermittwoch die Gelegenheit, mit deutlicheren Worten auf die Angriffe seiner Gegner in der Gemeinde zu antworten.

Als Reaktion auf das Vorhaben seiner Gegner, in der Gemeinde ganz viele Schilder aufzustellen – sie hätten einen Schilderfachmann in ihren Reihen, so der Bürgermeister –, habe auch er zu seinen Ausführungen drei Schilder mitgebracht. „Erinnern“ war auf dem ersten Schild zu lesen. Dabei erinnerte der Bürgermeister daran, dass vieles, was von seinen Gegnern schlechtgeredet werde, in den allermeisten Fällen einvernehmlich im Gemeinderat beschlossen worden sei. Das Industriegebiet, die Baugebiete, die Schulsanierung sowie weitere Vorhaben – und nun fehle wohl einigen politischen Kontrahenten das Erinnerungsvermögen.

Damit führte der Bürgermeister zu seinem zweiten Schild über, das mit dem Wort „Mandat“ beschriftet war. Es sei doch sehr passend, wenn sich die Kandidaten der CSU als Fußballmannschaft präsentierten, weil sie gewählte Gemeinderäte durch Nachrücker in einer Zahl ersetzt hätten, wie es seit Bestehen der Großgemeinde in keiner Wahlperiode zuvor der Fall gewesen sei. Hier sei das Vertrauen der Wähler mit Füßen getreten worden. „Den Vogel abgeschossen“, so der Bürgermeister, habe wohl ein Gemeinderat, der mit seinem Rücktritt dem Bürgermeisterkandidaten seiner Partei wenigstens noch eine kurze Mitgliedschaft im Gemeinderat ermöglichen wollte und dies auch noch über seine App verbreitet habe.

„Opposition“ war auf dem dritten Schild zu lesen. Damit spielte er auf das auf Gegnerschaft im Gemeinderat ausgerichtete Verhalten einiger Gremiumsmitglieder an, die in ihren Wortmeldungen sogar Aussagen eines Beamten aus dem Landratsamt in die Debatte einbrächten, aber dessen Namen nicht mehr wüssten. Man sei wohl einfach dagegen, weil die Idee nicht aus den eigenen Reihen komme, meinte der Bürgermeister und appellierte deshalb, sich wieder auf eine Zusammenarbeit zu besinnen. Ausdrücklich zurückgewiesen hat der Bürgermeister die Angriffe aus den Reihen seiner Gegner auf die Verwaltung, die vorbildliche Arbeit leiste.

Landratskandidat MdL Tobias Beck stellte wichtige Themenfelder des Landkreises in den Mittelpunkt seiner Ausführungen und setzte dabei den Kreishaushalt sowie die Folgen der Kreisumlage an die Spitze. Die Geschwindigkeit der Genehmigung des BMW-Werks in Straßkirchen wünschten sich viele weitere Gewerbetreibende bei ihren Anträgen. Große Möglichkeiten biete der Ausbau der Digitalisierung im Landratsamt, weil dadurch der notwendige persönliche Kontakt zwischen Beschäftigten und Bürgern verbessert werde, wenn diese mit ihren Anliegen ins Amt kämen.

Schwierig sehe Tobias Beck die Lage der Kreiskrankenhäuser, da in der Vergangenheit insbesondere die Zusammenarbeit von Schwarzach und Bogen nicht zur Verbesserung der Situation beigetragen habe. Einen Seitenhieb auf die Aussagen von Ministerpräsident Söder in Passau konnte sich MdL Beck nicht verkneifen. Dieser sehe vieles in den Vorhaben für Bayern und Deutschland als schädlich an, dabei hätten die Abgeordneten der CSU dies mit ihrer Zustimmung als Mitglieder der EVP-Fraktion im Europaparlament mit auf den Weg gebracht.

Kräftig die Werbetrommel für den Landratskandidaten Tobias Beck rührte als Schlussredner Kreisrat und Bürgermeister Ludwig Waas. Kritisch äußerte er sich über Aussagen von Ministerpräsident Söder, der eine angeblich erleichterte Förderung für CSU-geführte Gemeinden wegen leichterer Kontakte nach München und Berlin ins Spiel gebracht habe. Waas tat dies als Unsinn ab, da die FW-Bürgermeister sehr wohl wüssten, wie man Fördertöpfe anzapfe.

Mit der gemeinsam gesungenen Bayernhymne endete die Veranstaltung.

Die beigefügten Bilder zeigen von links: FW-Bezirksvorsitzender und Kreisrat Ludwig Waas, Kreistagskandidat und Bürgermeister Matthias Fischer, Landratskandidat MdL Tobias Beck sowie den Vorsitzenden des FW-Ortsverbandes, Gemeinderat Martin Schuster.