21.07.2025
Fähre verbindet – aber zu welchem Preis?

Nachdem die Erhöhung der Fährgebühren bei Nutzern und Anliegergemeinden für großes Unverständnis und Unmut gesorgt hat, kommt die Entscheidung nochmals auf die Tagesordnung des Kreistages Straubing-Bogen. Die Fraktion der Freien Wähler hat sich deshalb mit dem Sachverhalt beschäftigt.

Mit Verwunderung musste man dabei zur Kenntnis nehmen, dass weder die Bürgermeisterin von Stephansposching, Jutta Staudinger, noch der Bürgermeister von Mariaposching, Martin Englmeier, eingebunden waren. Der Vorschlag vom 26. Mai 2025 wurde auch entgegen des Vertrages mit dem Landkreis Deggendorf nicht mit diesem vorbesprochen, sondern lediglich als Vorlage zur Abstimmung (was erforderlich ist) übersandt.

Dies ist umso verwunderlicher, da sich der Landkreis Deggendorf aufgrund eines Beschlusses aus dem Jahr 1980 mit 50 Prozent an den Defiziten nach Abzug des Staatszuschusses beteiligt. Es ist deshalb nicht überraschend, wenn sich Anliegergemeinden und der Landkreis Deggendorf übergangen fühlen und nun eine Korrektur als zwingend erforderlich betrachten.

Beide Landkreise waren sich zunächst einig, den Fährbetrieb als Bindeglied zwischen den beiden Kreisstraßen DEG 13 und SR 35 unbedingt und dauerhaft aufrechtzuerhalten. Dies belegen nicht zuletzt die Entscheidungen bei der Neubeschaffung der Fähre, die in einer Zweckvereinbarung besiegelt wurde und als Paradebeispiel für interkommunale Zusammenarbeit angesehen werden kann.

Bürgermeister Martin Englmeier aus Mariaposching schilderte anhand drastischer Beispiele aus dem Vorschlag vom Mai 2025, wie massiv sich die Erhöhungen auswirken würden. So wäre zum Beispiel der Preis für eine Wochenkarte für Pkw von 9 Euro auf 34 Euro gestiegen. Dies sei insbesondere im Hinblick auf die Pendlerproblematik, aber auch für Handwerker, Dienstleister sowie die Landwirtschaft nicht vermittelbar.

Die Fraktion der Freien Wähler beschäftigte sich deshalb nochmals intensiv mit der Problematik und wird folgende Ergebnisse in die Diskussion des Kreistages einbringen:

  • Einführung einer Pendlerkarte, die auch die Mehrfachnutzung eines Fahrzeugs durch mehrere Personen beinhaltet. Hierbei würde die Bildung von Fahrgemeinschaften gefördert.
  • Tonnengebundene Fahrzeuggebühr für Lkw.
  • Zusätzlich ist die Kategorie „Ehrenamt“ in Bezug auf die Art der Nutzung zu erläutern.
  • Zu klären sind außerdem die Fahrzeuggebundenheit der Karten (Pendler) und die Nutzung durch Schwerbehinderte.

Ziel der Änderung muss aber auch die Umsetzung einer angepassten Preisgestaltung für das Personal sein.

Die Fraktion der Freien Wähler trägt nach 20 Jahren eine moderate Erhöhung (Index) mit, fordert aber eine detaillierte Vorstellung der Preistafel, die mit den Anliegergemeinden und den Entscheidungsgremien des Landkreises Deggendorf abgestimmt ist.