Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (links) setzte mit Küchenmeister Günther Loidl die neue Nudelmanufaktur in Gang. (Foto: Sophie Schattenkirchner/Straubinger Tagblatt)

09.02.2023
Das Potenzial ausschöpfen

Viele Menschen mit schweren Behinderungen würden gerne arbeiten. „Das ist ein riesiges Potenzial für die Wirtschaft“, sagte Matthias Otto, Geschäftsführer von Dimetria und des Beruflichen Trainingszentrums, beides Einrichtungen des VdK. Der Fachkräftemangel könne dadurch gemildert werden. Doch für gemeinnützige Firmen gibt es einige Hürden.

Von diesen berichtete Otto Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bei der Eröffnung der neuen Nudelmanufaktur am Mittwoch. Menschen mit Behinderungen seien am Arbeitsmarkt deutlich unterrepräsentiert, sagte Otto. Dabei seien Menschen mit Behinderungen, die arbeitslos sind, meist überdurchschnittlich qualifiziert. „Wir wollen zeigen, dass es anders geht. Wir geben den Menschen ihre Würde zurück“, sagte Otto. Zugleich wolle man Vorurteile gegenüber diesen Menschen abbauen. Die Inklusionsfirma Dimetria und das Berufliche Trainingszentrum wolle künftig mehr gesehen werden. „Vergessen Sie beim Kampf gegen den Fachkräftemangel nicht die Menschen mit Behinderungen“, sagte Otto zu Aiwanger.

Vor allem ärgert den Geschäftsführer, dass Inklusionsbetrieben wie Dimetria Töpfe der Wirtschaftsförderung nicht zur Verfügung stehen. „Da wir gemeinnützig sind, sind diese für uns verschlossen. Wir werden benachteiligt.“ Das werde er sofort prüfen lassen, versicherte Aiwanger. Möglicherweise gebe es hier einen juristisch-steuerlichen Hintergrund. Er wolle hier helfen. Aiwanger ist das Potenzial der Arbeitnehmer mit Behinderungen bewusst, er pocht unter anderem auf mehr Sensibilität in Unternehmen.

Mitarbeiter von Dimetria und BTZ stellten ihre Arbeit und die neue Nudelmanufaktur vor. Diese bedeutet vor allem mehr Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen – von der Küche über das Lager bis zur IT. Die selbstgemachten Nudeln können künftig in Hofläden und im Onlineshop gekauft werden.

Prokuristin Gabriele Fendl überreichte Aiwanger zum Schluss einen Korb mit selbstgemachten Nudeln, die Verpackung ziert das Konterfei des Wirtschaftsministers. „Sie sind ja im Wahlkampf“, sagte sie, „vielleicht bestellen Sie ja ein paar Produkte bei uns.“


Bogener Zeitung am 09.02.2023 / -phi-